Manfred Schwaak

Wolfskinder wurden sie genannt. Kinder, die nach der Vertreibung der Deutschen aus Ostpreußen heimatlos, ohne Eltern, hungernd und frierend wie kleine Wölfe durch die freie Landschaft Litauens streunten. Ebenfalls elternlos liefen Manfred Schwaak, sein Bruder Gerhard und seine Schwester Liselotte von Hof zu Hof, immer auf der Suche nach etwas Essbarem und einem warmen Platz zum Schlafen. Der Vater im Krieg, die Mutter und das jüngste Geschwisterchen waren gestorben. Schließlich trafen er und seine Geschwister auf litauische Bauerfamilien, die sie aufnahmen und für ein paar Jahre wie eigene Kinder versorgten. Nach der Abschiebung durch die russischen Besatzer 1951 folgte eine Odyssee über verschiedene Zwischenstationen, die für Manfred Schwaak in einem Kinderheim in Augsburg endete. Dort lebte er bis zu seiner Lehre.

Spätere Bemühungen, seine litauischen Pflegeeltern von einst wiederzusehen, scheiterten zunächst am Eisernen Vorhang. Erst im Frühjahr 1993 konnte er nach 42 Jahren seine Pflegemutter wieder umarmen. Aus Dankbarkeit, dass sie ihn vor vielen Jahren vor dem drohenden Hungertod bewahrte, gründete er mit seinem Bruder Gerhard die Litauenhilfe.

 

Im Juni 2015 wurde Manfred Schwaak posthum der Georgius-Orden verliehen.


Der Bürgermeister von Marijampolé - Vidmantas Brazys: "Manfred Schwaak wurde nie müde an Ideen." Er übergab den Orden stellvertretend an Manfred Schwaaks Tochter, Eva Klingenberg, im Rahmen des Stadtfestes in Marijampolé.

Der Georgius-Orden ist die höchste Auszeichnung, die Marijampolé nur sehr wenigen Menschen verleiht.

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2004 - Am Litauischen Nationalfeiertag zeichnete der Präsident von Litauen Manfred Schwaak mit dem „Staatsorden am Bande“ aus.


Hochrangige Diplomaten, Künstler und Wissenschaftler versammelten sich am litauischen Nationalfeiertag 2004 im Präsidentenpalast von Vilnius, wo der Staatspräsident verdiente Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens mit dem „Staatsorden am Bande“ auszeichnete.

Manfred Schwaak erhielt die Auszeichnung für sein Engagement zugunsten behinderter und verlassener Kinder in Litauen.

„Litauen ist ein sehr armes Land“, berichtet er. „Besonders schwer haben es behinderte, verwaiste oder von ihren Eltern abgeschobene Kinder. Bei meiner ersten Rückkehr nach Litauen beschloss ich, diesen Kindern zu helfen.“

Manfred Schwaak war langjähriger Außendienstmitarbeiter bei Henkel. Henkel hat die Kinderhilfe Litauen e.V. von Anfang an unterstützt, später auch die MIT-Initiative mit welcher der Konzern Mitarbeiter und Pensionisten in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit unterstützt. 

„Zur Zeit betreuen wir insgesamt etwa 1000 Kinder. Rund 200 Schwerbehinderte leben im Kinderheim von Kaunas im Landesinneren. Für sie haben wir einen Hydrotherapieraum eingerichtet, moderne Waschräume und Toiletten gebaut. Unser derzeitiges MIT-Kinderprojekt steht kurz vor der Fertigstellung: In der Dorfschule von Zelsva im Südwesten Litauens renovieren wir die Küche und den Speiseraum, damit die ärmsten der gut 400 Schüler dort weiterhin täglich ein warmes Essen bekommen.“ Zudem unterstützt die Kinderhilfe Litauen einen Kindergarten und ein Kinderkrankenhaus in der Hafenstadt Klaipeda.

Die Mitglieder der Kinderhilfe Litauen organisieren jedes Jahr zwei bis drei Hilfstransporte. „Henkel“, so der Vorsitzende Schwaak, „stiftet uns für diese Transporte regelmäßig Wasch- und Reinigungsmittel, Zahncreme und Zahnbürsten. Von anderen Unternehmen bekommen wir Babynahrung und Verbandsmaterial. Für die Vorweihnachtstour laden wir zusätzlich selbstgepackte Weihnachtstüten auf den Laster.“

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